Keld Helmer-Petersen – ein Wegbereiter der Fotografie
Entdecken Sie die Fotografien von Keld Helmer-Petersen im Kunstmuseum Brandts in Odense. Mehr als 80 Werke zeigen, wie er über sieben Jahrzehnte hinweg seine Motive überall fand – von Architektur und Industrie bis hin zu Fallrohren, Verkehrsschildern und Rissen im Asphalt – und wie er damit die dänische Fotografie nachhaltig prägte.

Ein Pionier der dänischen Farbfotografie
Während die Kunstfotografie in den 1940er-Jahren überwiegend von Schwarz-Weiß-Aufnahmen geprägt war, begann Keld Helmer-Petersen (1920–2013) mit Farbe zu experimentieren. Er richtete seine Kamera auf Details, an denen die meisten Menschen achtlos vorbeigehen würden: eine Backsteinmauer, ein Verkehrsschild, ein Fallrohr oder die Farben einer Fassade.
Oft ging er ganz nah an sein Motiv heran und verwandelte vertraute Alltagsgegenstände in Kompositionen aus Farben, Formen und Flächen. Für die dänische Fotografie war dieser Ansatz neu. 1948 veröffentlichte er 122 Farbfotografien, womit ihm der internationale Durchbruch gelang. Zwei Jahre später reiste er nach Chicago, wo er am vom Bauhaus inspirierten Institute of Design sowohl Student als auch Gastdozent war.
Im Kunstmuseum Brandts sind mehr als 80 Werke aus einer Karriere zu sehen, die sich über sieben Jahrzehnte erstreckte. Frühe und späte Fotografien werden Seite an Seite präsentiert. Die Ausstellung umfasst unter anderem Werke aus den Serien 122 Farbfotografien, Fragments of a City und Deformationer.
Von Stahlkonstruktionen bis zu Rissen im Asphalt
Keld Helmer-Petersen fand seine Motive sowohl in der Stadt als auch in der Natur. In Chicago fotografierte er unter anderem Stahlkonstruktionen, Feuertreppen und architektonische Details, die als grafische Formen vor dem Himmel erscheinen. Später richtete er seinen Blick auf den Boden und fotografierte Abfall, einen verlorenen Handschuh und Risse im Asphalt.
Seine besondere Fähigkeit, Formen und Muster in alltäglichen Umgebungen zu entdecken, zieht sich durch sein gesamtes Werk. Die Ausstellung zeichnet seine Entwicklung von den 1940er- bis in die 2010er-Jahre nach und zeigt sowohl Farb- als auch Schwarz-Weiß-Fotografien sowie Aufnahmen stillgelegter Industrieviertel.
Fotografie, Architektur und Jazz
Neben seiner künstlerischen Arbeit war Keld Helmer-Petersen als Architekturfotograf und Dozent an der Architekturschule der Königlich Dänischen Kunstakademie tätig. Er fotografierte unter anderem Werke von Arne Jacobsen und arbeitete mit Poul Kjærholm, Finn Juhl und Jørn Utzon zusammen.
Auch Musik spielte in seiner Arbeit eine wichtige Rolle, insbesondere Jazz. In der Ausstellung ist deshalb der experimentelle Film Copenhagen Boogie zu sehen, in dem sich das Wasser im Kopenhagener Hafen zu Jazzmusik in rhythmischen Mustern bewegt.
Keld Helmer-Petersen – Wegbereiter der Fotografie ist ab dem 14. November 2026 im Kunstmuseum Brandts zu erleben.

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