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Pernille Redder: In meinen Geschichten und in Odense habe ich mein Zuhause gefunden

Nach über 20 Jahren im Journalismus erfüllte sich Pernille Redder ihren Traum vom Schreiben. Heute schreibt sie Romane über Beziehungen und Neuanfänge, die in Odense spielen. Hier erzählt sie von ihrem Weg zur Bestsellerautorin und ihrer Liebe zur Stadt.

Pernille Redder portræt
Foto: Camilla Krab

Zwischen den Zeilen meiner Bücher wird die Stadt lebendig

Heute fühle ich mich in Odense zu Hause. Die Stadt bietet die Vielfalt und die Möglichkeiten einer Großstadt, ist aber zugleich so überschaubar, dass man auf der Straße bekannten Gesichtern begegnet. Ich mag es, dass sie mich überraschen kann und mir gleichzeitig ein Gefühl von Vertrautheit und Geborgenheit gibt.

Ich schreibe über Odense, weil die Stadt ganz selbstverständlich zu meinem Leben und meinen Geschichten gehört. Wenn die Leserinnen und Leser meine Bücher aufschlagen, sollen sie die Atmosphäre in der Vestergade, in der Vintapperstræde oder am Fluss spüren können. Deshalb nutze ich nach wie vor meine journalistische Neugier, wenn ich den kleinen Details, Orten und Geschichten der Stadt nachgehe.

Odense ist in meinen Büchern nicht nur Kulisse. Die Stadt ist Teil der Geschichte.Pernille Redder

Autorin

Inspiration finde ich überall. In Cafés, auf der Straße oder in zufälligen Gesprächen zwischen fremden Menschen. Tatsächlich habe ich viel mehr Ideen, als ich aufschreiben kann. Deshalb suche ich auch nicht gezielt nach Inspiration. Sie kommt von ganz allein.

The Fairy Tale Garden in Odense
Foto: Mijael Peredo

Beim Schreiben sind mir drei Dinge besonders wichtig: Es muss sich echt anfühlen. Es soll ungezwungen sein. Und Humor gehört dazu. Das Leben ist selten perfekt, aber oft zugleich schön, chaotisch und komisch. Genau das versuche ich in meinen Geschichten einzufangen.

Ich habe schon immer davon geträumt, Geschichten zu erzählen

Mehr als 20 Jahre lang habe ich mit Menschen gesprochen, ihren Geschichten zugehört und versucht zu verstehen, was sie antreibt. Das hat mich als Autorin wohl am stärksten geprägt. Ich liebe es, mich in andere hineinzuversetzen und die Welt mit ihren Augen zu sehen. Deshalb wirken meine Figuren auf die Leserinnen und Leser oft so lebendig. Für mich sind sie beinahe echte Menschen. Ihnen fehlen nur noch Fleisch und Blut.

Als ich mit der Reihe Søstrene Birch begann, konnte ich auf alles zurückgreifen, was ich in meinem langen Berufsleben als Journalistin gelernt hatte. Die Reihe begleitet vier Schwestern und erzählt von ihren Familien, Konflikten, Liebesbeziehungen und Träumen. Auch als Erwachsene sind wir oft wieder die große Schwester, die kleine Schwester oder die Tochter, sobald wir zu Hause durch die Tür kommen. Genau diese Beziehungen und Rollen faszinieren mich.

Pernille Redder
Foto: Camilla Krab

Der erste Band der Reihe, Vanilledrømme, beginnt damit, dass Tina den Sprung wagt und ein Café in Odenses gemütlicher Vintapperstræde eröffnet. Sie folgt einem Traum, der vielleicht ehrgeizig und ein wenig unrealistisch erscheint. Doch gerade solche Geschichten faszinieren mich. Geschichten über Menschen, die etwas wagen, neu anfangen und ihren Träumen folgen, haben mich schon immer beschäftigt. Darin erkenne ich mich selbst wieder, und ich hoffe, dass sie auch meine Leserinnen und Leser inspirieren.

Ich wünsche mir, dass sie sich in die Figuren, in die Familiengeschichte und in Odense verlieben, wo die Reihe spielt. Die Stadt ist nicht bloß Kulisse, sondern gehört genauso zur Geschichte wie die Menschen.

Für mich sind die Figuren beinahe echte Menschen. Ihnen fehlen nur noch Fleisch und Blut.Pernille Redder

Autorin

Von der jütländischen Heide nach Odense

Ursprünglich komme ich aus Hejnsvig, einem kleinen Ort in der jütländischen Heide. Schon als junge Frau hatte ich großes Fernweh. Ich lebte in Paris, arbeitete auf einem Kreuzfahrtschiff in der Karibik und verbrachte als Austauschschülerin einige Zeit in den USA. Die Welt und die Menschen, die in ihr leben, haben mich schon immer neugierig gemacht.

Trotzdem hat mich Odense auf besondere Weise durch mein Leben begleitet. Wenn wir Verwandte besuchten, die hier wohnten, wirkte die Stadt groß, aufregend und beinahe magisch. Irgendetwas an Odense ließ mich nicht mehr los.

Später zog ich hierher, um Journalismus zu studieren. Auch als mich mein Beruf schließlich nach Kopenhagen führte, blieb die Sehnsucht nach Odense. Als ich Mutter wurde, dachte ich immer ernsthafter darüber nach, zurückzukehren. Ich wünschte mir einen anderen Alltag für meinen Sohn und mich. 2016 klappte es schließlich, und seitdem habe ich den Schritt nie bereut.

Pernille Redder
Foto: Camilla Krab

Den eigenen Träumen folgen

Ich schreibe oft über Frauen um die 40. Das ist eine Lebensphase, in der viele innehalten und sich fragen: Ist das wirklich das Leben, das ich führen möchte? Oder ist es Zeit für etwas Neues? Diese Frage kenne ich selbst gut. Vor einigen Jahren entschied ich mich, meine feste Stelle aufzugeben und ganz auf meinen Traum vom Schreiben zu setzen. Deshalb hoffe ich auch, dass meine Bücher andere dazu inspirieren, alte Träume wiederzuentdecken oder den Mut zu finden, neue zu entwickeln.

Pernille Redder in Vintapperstræde
Foto: Camilla Krab

Außerdem liebe ich Weihnachten. Ich gehöre zu den Menschen, die die Weihnachtsausstellung bei IKEA entdecken, noch bevor sie richtig aufgebaut ist. Weihnachtsgeschichten, Lichter und die besondere Stimmung im Dezember machen mir einfach Freude. Deshalb schreibe ich neben meinen größeren Romanprojekten auch gerne Weihnachtshörbücher.

Vor allem möchte ich Geschichten über Beziehungen, Zusammenhalt, Liebe und die Träume erzählen, die uns nie ganz loslassen. Ich bin noch immer genauso stolz, wenn ich ein Buch fertigstelle. Und solange die Figuren in meinem Kopf weiter anklopfen, werde ich weiterschreiben.

Es gibt noch Geschichten, die erzählt werden wollen. Und zum Glück bin ich noch lange nicht fertig.Pernille Redder

Autorin

Mein perfekter Tag in Odense

Mein perfekter Tag in Odense beginnt tatsächlich mit dem Schreiben. Ich schreibe jeden Tag. Deshalb fängt ein guter Tag für mich immer mit ein paar Stunden am Computer an, während sich die Geschichten entfalten dürfen.

Wenn ich etwas geschrieben habe, gehe ich gerne mit dem Hund durch Bolbro spazieren. Besonders gern bin ich im Pulsparken unterwegs, wo immer etwas los ist und es Menschen zu beobachten gibt. Der Park wird wirklich genutzt, und das gefällt mir.

Zum Mittagessen würde ich mir wahrscheinlich einen Tisch draußen bei Gertruds suchen. Am liebsten mit dem Hund an meiner Seite und etwas Leckerem auf dem Teller. Ich bin auch immer auf der Suche nach einem guten Stück Kuchen. Vielleicht würde es danach also weiter in die Vintapperstræde gehen, wo ich oft etwas Ruhe finde und mir eine kleine Auszeit gönne.

Am Nachmittag könnte ich es mir gut in einem Café gemütlich machen und das Stadtleben beobachten. Menschen sind für mich nämlich die beste Inspirationsquelle. Ich liebe es, am Fenster zu sitzen und zuzusehen, wie draußen das Leben vorbeizieht. Deshalb gehören ein Fensterplatz im ersten Stock bei Starbucks und das Café Winthers in der Fußgängerzone zu meinen absoluten Lieblingsplätzen.

Pernille Redder
Foto: Camilla Krab

Wenn mein Sohn ebenfalls frei hätte, würden wir den Tag wahrscheinlich bei Pincho Nation ausklingen lassen. Das Lokal hat etwas Fröhliches und Gemütliches, das wir beide mögen.

Das Beste an diesem Tag ist eigentlich nicht, wie viel ich unternehme. Es geht darum, Zeit mit den Menschen zu verbringen, die ich liebe, mit dem Hund spazieren zu gehen, gut zu essen und ein wenig zu schreiben. In dieser Hinsicht bin ich ziemlich unkompliziert. Ein guter Tag bedeutet für mich, Zeit für die Dinge zu haben, die mich glücklich machen. Und zum Glück ist Odense eine Stadt, in der genau dafür Platz ist.

Pernilles Lieblingsorte